Cham
Weder Jude, Christ noch Moslem

Zur Frage der Geschichtlichkeit

Das Buch greift die biblische Geschichtsschreibung so auf, als berichte sie - abgesehen vom vermeintlich göttlichen Auftrag - über historisch verbürgte Fakten. Es ist jedoch mit großer Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die biblische Darstellung von den tatsächlichen Ereignissen im Kanaan der Antike abweicht.

All das ist für den Ansatz des Buches aber nur zweirangig. Nicht der Zusammenhang zwischen den faktischen Gräueltaten des Nationalsozialismus und den vermutlichen der Israeliten der Antike ist von Belang, sondern die Tatsache, dass ein religiös verankertes Wertesystem, das Völkermord als potenziell gottgefällig propagiert, die Bereitschaft von Kulturen bahnt, Völkermord als rechtens hinzunehmen. Jedes biblisch verankerte Wertesystem tut das.